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Urlaubsbericht 2004 vom Sunndalsfjord
Voller Aufregung begannen wir am 08.07. unsere sieben Sachen zu packen. Durchorganisiert bis ins kleinste, damit auch alles ins Auto passte, wurde alles verstaut. Dann begann die Zeit des Wartens. Die letzten Stunden vor Abreise zogen sich endlos dahin. Am 09.07. um kurz vor 3.00 Uhr ging es endlich los. Die Fahrt nach Kiel verlief problemlos. In Kiel angekommen, Tickets holen, Frühstücken, einschiffen, Kabine beziehen, todmüde früh schlafen gelegt.
Dann am 10 ten Tage des 7 ten Monats im Jahre des Herrn anno Domini 2004 um genau 10.01 Uhr betraten wir unter Herzklopfen das gelobte Land. Endlich nach 11 Monatigem Auslandsaufenthalt in Deutschland waren wir wieder zu HAUSE. Voller Vorfreude auf die vor uns liegende Zeit, starteten wir unsere Fahrt ins ca. 550 km entfernte Sunndalsøra am Sunndalsfjorden. Gegen ca. 17.00 Uhr trafen wir dort ein. Nach einer herzlichen Begrüßung und einem kleinem Plausch, übernahmen wir das Boot. Jetzt mussten unsere Sachen noch umgeladen werden. Vom Auto ins Boot, mit Boot zur Insel, von Boot auf Insel. Die erste Maßnahme die unternommen wurde, als die Tür zum Haus noch nicht ganz geöffnet war, war die Kaffeemaschine in Betrieb nehmen. Das arme Gerät wusste genau was in den nächsten Tagen noch auf sie zukommen würde. Wir richteten uns erst einmal gemütlich ein, dann wurden die ersten Angeln betriebsbereit gemacht. Meine Frau Peti unternahm den ersten versuch vom Steg aus, allerdings ohne Erfolg. Das wurde von mir auch begrüßt, denn ich hatte keine Lust mehr jetzt noch zu filetieren. Das Wetter auf der Fahrt hierher war nun nicht gerade das kühlste. Die Strecke hatte ihre spuren hinterlassen, sodass wir zeitig schlafen gingen.
Am nächsten Morgen bereitete ich unsere Pilkangeln für ihren ersten Einsatz vor. Nach dem Frühstück wurde das Boot noch betankt und dann gab es kein halten mehr, wir mussten raus. Der Wind blies aus Nord, wir hatten leichten Wellengang, konnten dennoch rausfahren. Die ersten bisse ließen auch nicht lange auf sich warten. Allerdings alles Jungfisch der gleich wieder zurückgesetzt wurde. An diesem Tage wurden nur zwei Fische, ein Köhler und ein Lumb gelandet. Die Freude darüber lag auf unserer Seite, hatten wir doch aus der masse der Jungfische tatsächlich zwei brauchbare gefunden. Stolz wie Oskar, öffnete ich eine hoffentlich bald gut gefüllte leere Truhe. Wir ließen uns darüber nicht entmutigen, war´s doch erst der erste Tag.
Den nächsten Vormittag mussten wir leider in Sunndal vergeuden, Geld holen, einkaufen, und ganz wichtig Benzin für´s Boot. Zurück auf der Insel ( Flåaøya ), umgezogen und raus. Wind weiter aus Nord, Wellen wie am Vortag. Kurz darauf fand ein Dorsch, 1,5 kg, den weg in unser Boot. Danach war erst einmal ruhe. Am späten Nachmittag dann, konnte meine Frau Peti einen großen Lumb verhaften. 4,35 kg & 73 cm. Da strahlte aber einer. Leider nahm der Wind und auch die Wellen zu. Wir mussten abbrechen. Während der Heimfahrt war, bedingt durch die Wellen, Duschen angesagt. Aber was richtige Nordmänner ( bzw. Frauen ) sein wollen, die lässt das kalt ( schnatter schnatter). Gegen Abend dann einsetzender Nieselregen, der Nachts kräftiger wurde.
Der nächste Morgen, es Regnet immer noch. Gemütlich Frühstücken, warten. Der Regen ließ nach, der Wind auch, das Wasser war fast ruhig, sofort Sachen gekrallt und raus. Die Regenwolken verziehen sich langsam. Den Motor angeschmissen und in Richtung alter Bergbauernhof ( Fjellbonde ) gefahren. Auf dem Weg dorthin die Nordost Wand abgeklopft. Nichts. Wellen während dessen stärker und höher. Wir waren gezwungen an Land zu gehen. Es war sowieso Siesta zeit. Nach kurzer Zeit flachten die Wellen wieder ab. Sofort die Ecke um den Berghof abgetastet. Fisch, nein, wozu auch. Da die Wellen wieder zunahmen fuhren wir wieder Richtung Insel. Noch drei mittelmäßige Köhler gehakt, das war´s. Am Abend in unserer kleinen Bucht noch Aalreuse ausgelegt. Der Erfolg dieser Fangmethode sollte dieses Jahr allerdings mehr als bescheiden ausfallen. Außer jeder menge Krabben, mini Butt, mini Dorsch und mini Knurrhahn war hier nichts zu holen.
In den folgenden Tagen lockerte die Bewölkung immer mehr auf und die sonnigen abschnitte wurden immer mehr. Die Fänge hielten sich in Grenzen.. Es wurden einige schöne Dorsche gelandet. In der Zeit konnte ich Peti noch übertrumpfen mit einem Kapitalen Dorsch. 5,70 kg & 86 cm.
Tage später: Mittlerweile traumhaftes Sonnenschein Wetter, Temperatur steigt Täglich, wollten wir die Bucht von Øksendal, liegt unserer Insel direkt gegenüber, ausprobieren. Dabei sind wir auf einen Schwarm Köhler gestoßen. Bei mir biss natürlich keiner, wahr ja klar, aber dafür hat Peti innerhalb von zwanzig Minuten 9 prächtige Köhler verhaftet.( Lasst eure Frauen Angeln, die Fische beißen dann viel besser "grinz"). Voll Motiviert nahmen wir uns am nächsten Tag das nahe Ufer vor Opdøl vor. Ups, Dorsch Revier. Die nächsten zwei Stunden war Angeln vom feinsten angesagt. Peti´s Dorsch 3,25 kg & 70 cm, mein Dorsch 4,80 kg & 84 cm. Insgesamt konnten während dieser Zeit 10 Dorsche ( sehr gutes Mittelmass ) gefangen werden. Danach wart hier kein Dorsch mehr gesehen. Schlauer Fisch, die blinkenden gebogenen Teile sind halt nicht Maulschohnend.
Der Tag darauf war der schlechteste, kein Fisch, nicht das geringste Zuppeln, absolut nichts. Also gut dann heute eben nicht, oder vielleicht doch ??? Wir wollten gerade unser Abendliches Mahl zu uns nehmen, als Ola mit dem Boot kam, er schenkte uns drei mit dem Netz gefangene Wild Lachse. Wau, waren wir happy, endlich mal Lachs. Diese Apparate kannten wir bis dato nur aus dem TV. Ola meinte noch es wären nur kleine Lachse. KLEIN?? Wie sehen erst große aus. Auf jedenfall haben wir uns darüber mehr als gefreut. Ola stellt jedes Jahr sein Lachsnetz aus, nur dieses Jahr war es das erste mal das er uns welche geschenkt hat. So konnten wir diesen Tag doch noch zufrieden beenden. Achja, in der Gemeinde Zeitung " DRIVA " stand geschrieben, das der diesjährige Rekordlachs, von einem Fliegenfischer gefangen, bei 10,70 kg liegt.
Zwei Tage später, nochmals das Nordost Ufer abgeklopft. Heute hatten wir Glück. Peti konnte ihren ersten Flügelbutt haken. Einige Zeit später ging ihr noch ein strammer Pollack an den haken. 3.10 kg & 72 cm. Dann wurden die Wellen leider höher und wir mussten heimfahren. Am Abend noch Heidelbeeren gesammelt. Hier muß man dazu sagen, das die Insel förmlich überwuchert wird von Heidelbeersträuchern. Gepflückt wird übrigens mit einem " Kamm ". ( siehe Bilder )
Dann kam mein Tag. Wir hatten den ganzen Tag noch nichts an den Haken bekommen, also beschlossen wir in der Köhlerbucht ( wir haben im laufe der zeit vielen ecken einen Namen gegeben) unser Glück zu probieren. Der Untergrund ist hier sehr geröllhaltig, also bestens geeignet für Lumb u. Leng. Zuerst biss ein guter Pollack, dann eine Zeitlang nichts. Plötzlich hing meine Angel, sch......se dacht ich noch ein Hänger. Bei dem Untergrund kein wunder. Ich zog etwas kräftiger, nichts bewegte sich. Nanu, war da nicht eine leicht Reaktion. Noch mal ziehen, diesmal noch kräftiger, tatsächlich die Schnur kam. Dann das erste Zucken, danach ruhe. Ein großer Lumb sagte ich zu Peti. Ein nasser Mehlsack ist leichter. Ich Drillte trotzdem vorsichtig nach oben. Ab und zu mehrere kräftige Zuckungen. Nach einiger Zeit zeigten sich allmählich die ersten umrisse ab. Kein weißer Bauch, nur dunkel. Juhu, mein zweiter Steinbeisser, und was für einer. Peti setzte das Gaff und hielt den Fisch respektvoll im Wasser. Stolze 4,30 kg & 81 cm. Damit ließen wir den Tag ausklingen.
Der nächste Tag war Peti´s Tag und auch der traurigste. Wir fuhren an diesem Tag die Leng u. Dorsch ecke an. Nichts. also zurück gegenüber in der Bucht von unserem Steg. Die erste Zeit nichts, wir wollten schon aufgeben weil ein Regenband langsam näher rückte, als Peti´s Angel sich bog wie ein Flitzebogen. Hänger?, auf weichem Boden?, klar Wasserpflanze. Doch Augenblicke später bog sich ihre Rute unter kräftigen rucken noch weiter durch. Gütiger Himmel, was kommt jetzt. Langsamer Drill nach oben, dann wieder das rucken, gleich bricht die Rute dachte ich. Die Bremse hatte ich ihr optimal eingestellt, so das der Fisch Schnur nehmen konnte. Nach einer Drillzeit von ungefähr 15 min. aus ca. 40 Metern tiefe, kam langsam ein Monstrum auf die Oberfläche zu. Heiliger Himmel, ein Steinbeisser der extra klasse. Der Haken saß am Oberkiefer zwischen den beiden Zahnreihen. Ich hatte das Gaff schon im Wasser, da ruckte der Kerl noch ein paar Mal mit dem Kopf und verschwand wieder in der tiefe. Er ließ mir keine Zeit das Gaff zu setzen. Peti zitterte am ganzen Körper vor Anstrengung und als der Fisch in den tiefen verschwand standen dem Mädel die Tränen in den Augen. Sie hatte soviel kraft eingesetzt um den Fisch nach oben zu bringen und dann verschwand er einfach wieder. Es tat mir für Sie so leid, denn das wäre der Fisch unserer Saison gewesen. Ich schätze mal der Meter wäre erreicht worden und das gewicht muß um die 5,5 - 6,0 kg betragen haben. Deprimiert und schweigsam traten wir den Heimweg an.
Am nächsten Morgen war der erste schock überwunden und wir fuhren die stelle noch mal an. Diesmal kam NUR ein mittelmäßiger Lumb zum Vorschein. Ich hatte noch vier große Köhler am Haken, wovon der größte 2,5 kg wog und 65 cm lang war. Das war an diesem Tag alles. Abends noch Handy angemacht und Nachricht von LaForge erhalten.
Der neue Morgen begann mit einem Telefonat. Ich rief LaForge an und wir machten einen Treffpunkt aus. Am Tag zuvor sind wir an einander vorbeigefahren. Danach holten wir die Reuse aus dem Wasser und hingen sie zum trocknen auf. Jetzt aber ab zum Treffpunkt, alter Berghof. Als wir näher kamen, dümpelten schon zwei Boote so vor sich hin, das müssen sie sein sagte Peti zu mir. Und tatsächlich LaForge, Bruder Madtazzie und vier weitere Petrijünger warteten schon auf uns. Nach allgemeinem vorstellen, Erfahrungsaustausch gepaart mit viel Spaß. Während der angeregten Unterhaltung hielt LaForge ganz gelangweilt seine Pilke mit 6,00 m vorfach über der Schulter wie eine Flinte ins Wasser. Nach einiger Zeit meinte er wohl er müsse doch mal nachschauen da sei wohl ein Fisch dran. Alles Lachte, aber er hatte tatsächlich einen Pollack gebadet. Wir Angelten noch eine Weile zusammen und verabredeten uns dann für den Abend. Danach zog sich jeder in ein anderes Revier zurück. Peti erwischte noch unsere erste Meerforelle überhaupt. Auf der Heimfahrt sprang noch ein guter Köhler in unser Boot. In unserer Bucht gegenüber dem Steg landetet Peti noch einen Flügelbutt und als krönenden Abschluss noch einen Dorsch. 3,45 kg & 74 cm. Damit war unsere Fischkiste voll. Am Abend sind wir dann zu den sechs rübergefahren. Die bis dahin von uns gemachten Aufnahmen fanden reges Interesse. Es wurde ein sehr lustiger Abend. Peti und ich haben uns gefreut sechs nette Norge Freaks kennen gelernt zu haben. Um 0.45 Uhr wurde der Abend dann beendet. Die Jungs hatten nur noch den nächsten Tag zur Verfügung. Eins sei hier gesagt, nach persönlichem kennen lernen kann ich sagen das LaForge und sein Bruder Madtazzie und die übrige Mannschaft, ganz patente Jungs sind.
Frank, Markus, grüßt die anderen- Martin, Nico, Thilo und Jörg von uns.
Fazit: Fisch reichlich, wenn auch viel Jungfisch. Wellen dieses Jahr auch reichlich, wieso auch immer. Der schlacht reife Fisch musste regelrecht gesucht werden, war aber immer vorhanden, wenn auch nicht in größeren Mengen. Das Wetter hatte es dieses Jahr gut mit uns gemeint, wenig regen, viel Sonne. Die Temperaturen lagen im durchschnitt zwischen 16° - 22° Grad. Wir haben die Powerline Meer von Gigafish getestet. Die Schnur ist super eng und rund geflochten. Wir benutzten die 0,21er. Sie lief sehr leicht von der Rolle, kaum Reibungswiderstand und war auch nach öfteren scheuern an Steinen noch "reisfest". Durch die gelbe Farbe konnte man sie auch bei Sonne und bei etwas welligem Wasser an trüben Tagen immer noch gut erkennen.
Wir hoffen, Ihr hatte ein bisschen Spaß beim lesen, euer Fjordangler und seine Frau Peti
Aus all der schönen Zeit, ergibt sich jetzt ein Nachteil, 11 Monate warten bis der ersehnte Tag wieder da ist.
© Copyright by Adolf & Petra Valis
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